Schulsysteme

Jedes Land hat sein eigenes Schulsystem, das die Schülerinnen und Schüler zum nationalen Schulabschluss führt. Viele unterscheiden sich von dem unsrigen. Mit dem Internationalen Baccalaureate (IB) gibt es einen internationalen Schulabschluss, der an den meisten Unis weltweit anerkannt wird. Das IB ist nicht an ein bestimmtes Schulsystem gekoppelt, sondern ein unabhängiges zweijähriges Programm, das von zertifizierten Schulen angeboten werden darf.

Hier erst einmal ein grober Überblick über Schulsysteme und unsere Möglichkeiten vor Ort, damit Du den Einstieg in das findest, was Dich im Ausland erwartet. Details dann im persönlichen Gespräch.

Großbritannien
Die meisten deutschen Schülerinnen und Schüler wollen in der 10. Klasse nach England. Dies ist ein nicht ganz so einfaches Unterfangen, da in unserer 10. Klasse - dort Year 11 - der erste Schulabschluss abgelegt wird, die sogenannten GCSEs. Dieser Abschluss entspricht in etwa unserer Mittleren Reife nach der 10. Klasse und ist dort ein zweijähriges Programm. Einige Privatschulen haben allerdings einen einjährigen Lehrplan dafür erstellt und so haben wir auf jeden Fall die Möglichkeit, eine Schule zu finden, an die Du gehen kannst. Das einjährige Programm wird meist Pre-A level oder Pre-IB genannt.

Das Fächerangebot für die GCSEs ist in der Regel mit dem unsrigen vergleichbar. Englisch, Mathe, Naturwissenschaften, Geographie, Geschichte, Sprachen (meist Französisch und/oder Spanisch, aber auch Latein, Deutsch, vielleicht sogar Chinesisch), Musik, Kunst, Sport, Wirtschaft, Drama, Religion, ICT (Information and Communication Technology) und Design-Kurse meist im handwerklichen oder Textilbereich gehören zum Standard.


Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, die nach der 10. Klasse nach Großbritannien gehen, werden normalerweise in die Lower Sixth Form eingestuft, dem ersten Jahr der Oberstufe. In der Sixth Form werden entweder die englischen A levels, das IB oder beides zur Erlangung der Hochschulreife angeboten. Die A levels bestehen im Year 12 aus 4 Fächern, im Year 13 wird meist noch ein Fach abgelegt. Die oben genannten GCSE-Fächer können in der Regel als A level-Fach gewählt werden, zusätzlich oft noch Fächer wie Fotografie, Kunstgeschichte, Film, Politik, Psychologie, Economics, Classical Studies, Medien, Philosophie, Geologie oder Theaterstudien.


In England dauert der Schulbesuch von Year 1 (5 Jahre) bis Year 11 (16 Jahre). Im Year 11 erfolgt der erste Schulabschluss, die sogenannten GCSEs. Das Programm erstreckt sich über zwei Jahre, das Year 10 und Year 11. In der Regel werden acht bis zehn Fächer gewählt, wobei bestimmte Fächer, wie Englisch, Mathematik, die Naturwissenschaften und eine Fremdsprache vorgegeben sind. Zusätzlich kann man aus vielen weiteren Fächern auswählen.
Nach dem Year 11 gehen die Absolventinnen und Absolventen entweder in eine Berufsausbildung oder sie schließen - bei entsprechenden Noten - die Oberstufe, die sogenannte Sixth Form an. Die Sixth Form ist wieder ein zweijähriges Programm, das zur Hochschulreife führt, die A levels.
Für die A levels wählt man im ersten Jahr vier Fächer, die dann sehr intensiv unterrichtet werden. Im zweiten Jahr legen viele Schüler/innen ein Fach ab und machen ihren Abschluss nur in drei Fächern. Zurzeit werden diese Vorgaben überarbeitet.
Die A levels werden in Deutschland als Fachgebundene Hochschulreife anerkannt. Voraussetzung ist allerdings eine bestimmte Fächerkombination in dem Bereich, den man für ein Studium anvisiert. Vier A level-Fächer sind unbedingt notwendig, um eine fachgebundene Hochschulreife anerkannt zu bekommen. Die Allgemeine Hochschulreife kann man mit 5 A level-Fächern erlangen.
Die staatlichen Schulen folgen dem nationalen Lehrplan, die Privatschulen sind unabhängig. Da aber sowohl GCSEs wie auch A levels staatliche Schulabschlussprüfungen sind, arbeiten die Privatschulen natürlich darauf hin.

Kanada und USA
In Kanada und den USA finden wir ein sehr ähnliches Schulsystem. In beiden Ländern sind die Provinzen bzw. die Staaten für den Bildungsbereich zuständig.
Nach der Grundschule wechselt man auf die Middle School oder Junior High School, dann folgt in der Regel von Klasse 9 bis 12 die Senior High School. In manchen Schuldistrikten gehen die Senior High Schools oder Secondary Schools aber auch von Klasse 8 bis 12 oder 10 bis 12.
In der High School sind die Schüler/innen nicht im Klassenverband organisiert, sie bilden einen Jahrgang. Die neuen in der 9. Klasse heißen "Freshmen", in der 10. Klasse ist man ein "Sophomore", es folgen die "Juniors" in der 11. Klasse und die "Seniors" in der 12. Diese Bezeichnungen finden sich übrigens auch an der Uni wieder im vierjährigen Bachelor-Studiengang.
Um das High School Diploma zu erhalten, müssen Schüler/innen eine bestimmte Anzahl Credits sammeln und zwar in bestimmten Fächern oder in bestimmten Bereichen. In jedem Jahrgang gibt es Fächer, die belegt werden müssen und viele Wahlfächer, die belegt werden können. Die Pflichtfächer nehmen in der Regel mit jedem nächsthöheren Jahrgang ab.
Die öffentlichen Schulen sind als Gesamtschulen aufgebaut. Daher findest Du dort auch eine sehr große Palette an Fächern. Neben den uns bekannten Schulfächern gibt es auch viele praktisch orientierte Kurse, z.B. im Handwerk, in der Technik, im Bereich Hauswirtschaft/Kochen. Man kann hier also schon ab der 9. oder 10. Klasse vieles ausprobieren und manches führt einen dann tatsächlich zu den Ausbildungsfeldern, die zu einem passen.
Die Privatschulen sind eher akademisch orientiert und bieten nur wenige Praxiskurse. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. gibt es viele Privatschulen in Vermont und Maine, die zwar privat geführt sind, aber im Auftrag der lokalen Gemeinden allen Schüler/innen dort offen stehen.
Das High School Diploma aus Nordamerika kann man sich nicht ohne weiteres in Deutschland anerkennen lassen. Wer das vorhat, sollte sich mindestens zwei, besser drei Jahre vornehmen, damit alle Kurse, die die deutschen Vorgaben vorsehen, auf entsprechendem Niveau belegt werden können.

Internationale Schulen
Überall gibt es internationale Schulen, die Schüler/innen auch für nur ein Semester oder Jahr aufnehmen. Diese Schulen haben sich einen bestimmten Lehrplan zugrunde gelegt, z.B. den englischen, den US-amerikanischen, den einer bestimmten Kanadischen Provinz oder das Internationale Baccalaureate. Diese werden dann von der jeweiligen Aufsichtsbehörde akkreditiert und können als anerkannte Schule betrieben werden. Die Schülerschaft kommt in der Regel aus aller Welt.

Internationaler Schulabschluss
International Baccalaureate Diploma
Seit Jahren nimmt die Anzahl an Schülerinnen und Schülern, die mit dem International Baccalaureate Diploma (IB) die Hochschulreife erlangen, stetig zu. Auch immer mehr Deutsche machen den dem deutschen Abitur gleichgestellten Abschluss an ausländischen Schulen und Internaten.

Mit der richtigen Fächerkombination (ähnlich wie im Abitur) erlangst Du in zwei Jahren an bestimmten Schulen im Ausland einen international anerkannten Schulabschluss (IB) auf Abiturniveau.

Das IB wird mittlerweile von vielen privaten und auch öffentlichen Schulen angeboten. In den beiden Jahren, die zum IB Diploma führen, wirst Du akademisch und persönlich gefordert. Je ein Fach aus den sechs Fachgruppen Muttersprache, Fremdsprache (eine moderne Fremdsprache oder Latein bzw. Griechisch), Gesellschaftswissenschaften (u.a. kannst Du Geschichte, Psychologie, Geographie oder Wirtschaft wählen), Naturwissenschaften (hier wählst Du u.a. zwischen Bio, Physik, Chemie ), Mathematik und Informatik sowie im künstlerischen Bereich (dieser umfasst Kunst, Musik, Theater) muss belegt werden. Davon mindestens drei auf dem "Higher Level", alle übrigen auf dem "Standard Level". Um den Abschluss zu erhalten, müssen alle Schülerinnen und Schüler eine Abschlussarbeit schreiben ("Extended Essay"), den Kurs "Theory of Knowledge" belegen und sich im "CAS"-Bereich engagieren. "CAS" bietet den Ausgleich zum akademischen Leben an der Schule und bedeutet "Creativity, Action, Service". Gemeint sind damit Aktivitäten im kreativen, sportlichen und gemeinnützigen Bereich, die mit dem dafür zuständigen Betreuer an der Schule abgestimmt sind.

Die Schulen, mit denen ich zusammenarbeite, sind alle von der IBO, der International Baccalaureate Organisation mit Sitz in Genf, Schweiz, authorisiert, das IB anzubieten und zu verleihen und tragen den Titel "IB World School". Weitere Informationen zum IB gibt es unter www.ibo.org.